No Man's Sky Sean Murray

No Man’s Sky’s Sean Murray erklärt, warum es für die Entwickler von Anthem und Fallout 76 am besten ist, nach ihrem Launch Stillschweigen zu bewahren. Studios wie EA und Bethesda könnten sich aus einer polarisierenden Veröffentlichung eines Spieles nicht herausreden.

Sean Murray, der Gründer von Hello Games und der berühmte Erschaffer von No Man’s Sky, weiß er wie mit…sagen wir mal, konstruktivem Feedback umzugehen hat.

Der ursprüngliche Release des Spieles im Jahre 2016 traf auf große Gegenreaktionen von Spielern, die das Gefühl hatten, durch die fehlenden, versprochenen Features in die Irre geführt worden zu sein. Seitdem hat sich das Indie Studio aber aus dieser prekären Situation durch gesunden Post-Launch Support befreit. Erwähnenswert ist hier vor allem der Release von No Man’s Sky Next letztes Jahr und der bevorstehende Launch von No Man’s Sky Beyond innerhalb der nächsten paar Monate.

Während seiner Forumsdiskussion auf der diesjährigen Develop Konferenz in Brighton, England, erklärte Murray, wie es Hello Games gelang, das Ruder für ein scheinbar untergehendes Schiff herumzureißen. Man habe dies erreicht, indem man sich hauptsächlich auf die Entwicklung nach dem Launch konzentriert hatte, anstatt sich mit weiteren falschen Versprechen in Teufels Küche zu bringen.

“Etwa 2 Jahre lang haben wir nicht mit der Presse gesprochen”, sagt Murray. “Und etwa 3 Monate haben wir uns gegenüber der Community nicht geäußert. Das war sehr hart. Ich habe mich oft hingesetzt und den perfekten Blog-Beitrag geschrieben, der alles über die Entwicklung des Spieles und die darauf folgende Roadmap erklären sollte. Ich konnte aber auch erkennen, dass dies keine Glaubwürdigkeit hatte in Hinblick darauf, wo wir uns zum damaligen Zeitpunkt befanden.”

No Man’s Sky war das erste von vielen Spielen in den letzten Jahren, die eine Bruchlandung hinlegten. Auch Fallout 76, Sea of Thieves und Anthem kämpften darum, nach einer problembehafteten Zeit nach dem Release einen positiven Ruf zu bewahren. Dank seiner Erfahrungen hat Murray einen Ratschlag für die Studios, die ins Kreuzfeuer geraten sind: Taten sagen mehr als Worte.

“Mehrere Spieletitel sind seitdem herausgekommen, hatten einen polarisierenden Launch und diese explosive Mischung aus vielen Menschen, die sie spielten, aber auch Probleme. Und ich verstehe, warum EA, Microsoft oder Bethesda versuchen, die Spieler zu beschwichtigen, indem sie mit ihnen reden. Egal, ob es richtig oder falsch ist, es funktioniert einfach nicht richtig. Man sieht dies immer, wenn ein großer Publisher mit der Community spricht und versucht, das Problem zu lösen, sich dann aber darin verstrickt und immer mehr von seinem Freiraum einbüßt.”

Interessanterweise hat sich die Anthem Community immer mehr über die fehlende Kommunikation von BioWare über die Zukunft des Spieles aufgeregt. Aber vielleicht deuten die lebensmüden Kommentare von Murray darauf hin, dass dies das beste sei und dem Studio die Möglichkeit gäbe, ihre harte Arbeit fortzusetzen und das Spiel zu dem zu machen, was es eigentlich sein sollte, ohne dabei abgelenkt zu werden und das eigene Gesicht bewahren zu können. “Wenn man über Features spricht, wenn ein Spiel bereits veröffentlicht wurde, dann klingt das nicht sehr glaubwürdig oder interessant”, sagt er später in einem Follow-Up Interview mit GamesRadar+. “Deine Taten sind viel wichtiger, als das, was du sagst.”